Der Hype um Island und warum ich von Reykjavik enttäuscht war!

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Reykjavik – Mehr Schein als Sein?

Gefühlt reiste in den letzten zwei Jahren jeder wenigstens einmal nach Island. Und wer es nicht schon getan hat, hat es zumindest auf seiner Agenda. Auch ich hab mich von diesem Hype anstecken lassen. Ende März ging es für mich nach Reykjavik und ich nehme es gleich vorweg – während mich Island selbst mit seinen atemberaubenden Landschaften sofort in seinen Bann gezogen hat, war ich von Reykjavik irgendwie enttäuscht. Warum? Hier kommt die Antwort!

Reykjavik Sehenswürdigkeiten und warum ich von Reykjavik enttäuscht warBlick auf Reykjavik

Vorfreude und Enttäuschung!

Über Islands Hauptstadt findest du massig  Berichte und Reiseartikel. Titel wie „Was du in Reykjavik auf garkeinen Fall verpassen darfst“ oder „Die Top 20 Highlights der Sehenswürdigkeiten von Reykjavik“ ließen mich denken, dass diese Stadt nur so vor Highlights und Attraktionen strotzt und ich da locker zwei bis drei Tage mit Sightseeing beschäftig bin.

Reykjavik Sehenswürdigkeiten und warum ich von Reykjavik enttäuscht war
Entlang der Promenade in Reykjavik

Zuzüglich An- und Abreisetag hatte ich 3 volle Tage in Islands Hauptstadt zur Verfügung. An zwei Tagen waren Ausflüge geplant und einen ganzen Tag hatte ich mir für die Besichtigung von Reykjavik vorbehalten. Doch ganz ehrlich – es war wirklich schwer (zumindest im März) diesen vollen Tag mit Leben zu füllen. Vielleicht war ich aber auch nur verwöhnt – verwöhnt von Städten wie beispielsweise Bergen in Norwegen. Dort war ich ebenfalls 3 volle Tage und es gab auch im Winter ausreichend interessante Möglichkeiten (zum Beispiel Bootstouren, Wandermöglichkeiten auf dem Hausberg und vieles mehr).

So sah er aus – mein Sightseeing Tag in Reykjavik

Gegen 10 Uhr vormittags bin ich gestartet, bin die Promenade mit der Sonnenfahrt Skulptur und der Konzerthalle Harpa abgelaufen, hab mir dann die schöne Hallgrímskirkja Kathedrale angeschaut und bin ein wenig durch die Straßen geschlendert. Bis zu diesem Zeitpunkt waren dann ungefähr 1,5 Stunden vergangen.

Natürlich durfte auch ein Abstecher auf die Shoppingmeile nicht fehlen. Schließlich gibt es Webseiten, die vergleichen Reykjavik mit Shoppingparadiesen wie Paris und New York! Shoppingmeile? Ok, die Straße Laugavegur ist bestückt mit zahlreichen Geschäften, in denen es entweder viel zu teure Outdoorklamotten gibt oder Woll-Geschäfte, in denen der Touristenknaller „ Island-Pullover“ verkauft wird. Mein Pausen- Smoothie für umgerechnet 9 EUR hab ich mir besonders schmecken lassen – aber ich will nicht meckern. Dass Island teuer ist, wusste ich vorher!

Reykjavik Sehenswürdigkeiten und warum ich von Reykjavik enttäuscht war
Unterwegs in Reykjaviks Straßen

Aber irgendwie wollte bei meinem Stadtbummel einfach kein Wow-Effekt einsetzen. Irgendetwas fehlte – Reykjavik hat für mich einfach keine Seele. Alles scheint lediglich auf die Touristen ausgerichtet zu sein! Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben kann, aber die Stadt hat zumindest für mich einfach kein Flair.

Fans von Museen werden sicherlich ein wenig mehr auf ihre Kosten kommen. Es gibt zahlreiche kleinere Museen wie beispielsweise das Seefahrtsmuseum, das Saga-Museum oder das Phallusmuseum, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Ist aber irgendwie nichts für mich – ich bin nicht so der Museen-Typ!

Am frühen Nachmittag beendete ich deshalb meinen Sightseeing-Tag und beschloss noch einen Wanderausflug in die Umgebung zu machen. Die beste Entscheidung ever, denn ich fuhr in das nur 45 Minuten entfernte Gebiet Reykjadalur, in dem ich mitten zwischen qualmenden und brodelnden heißen Geysiren wanderte. Einfach toll!

Island wandern Reykjadalur - eine aufregende Wanderung in Island zwischen geothermalen Quellen

Und genau das ist es, was einen Aufenthalt in Reykjavik dann doch wieder lohnenswert macht!

Es sind die unheimlich vielen Möglichkeiten direkt in Stadtnähe. Atemberaubende Landschaften, heiße Quellen zum Baden, tolle Wandermöglichkeiten – ich hätte vermutlich noch eine ganze Woche mehr in Reykjavik verbringen können und die Ideen für Halb- oder Tagesausflüge rund um Reykjavik wären mir nicht ausgegangen!


(*) Hoteltipp! Genächtigt habe ich übrigens im Skuggi Hotel by Keahotels – ein Hotel, das ich euch auf jeden Fall empfehlen kann. Es liegt schön zentral, ca. 5 bis 10 Minuten zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt. Es ist innen relativ modern, Frühstück war sehr lecker und es war vor allem erschwinglich!

>>> Weitere Informationen zum Hotel gibt es hier!


Deshalb mein FAZIT und TIPP an euch!

Für einen reinen Städtetrip finde ich Reykjavik denkbar ungeeignet. Trotzdem kann es sich lohnen dort einige Nächte zu verbringen – dann aber nur, wenn ihr euch ein entsprechendes Rahmen- und Ausflugsprogramm gestaltet. Entweder mietet ihr euch gleich einen Mietwagen mit dazu oder wer es etwas bequemer mag, sucht sich hier einfach ein paar tolle Island-Touren raus, die direkt von Reykjavik aus starten.

Die hier geschilderten Erfahrungen sind natürlich nur subjektive Empfindungen und ich bin mir sicher, dass ein Stadt-Aufenthalt im Sommer dann doch noch ein paar mehr Möglichkeiten bietet. Vielleicht hat der ein oder andere diese Stadt aber auch ganz anders erlebt als ich?! Ich bin gespannt auf eure Kommentare und Ergänzungen!

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13 Comments

  1. Liebe Steffi,
    vielen Dank für deinen Reisebericht! Ich bin total begeistert. Seit Jahren stehen, wie du es auch beschrieben hast, Reykjavik und Island auf meiner Reiseliste. Bisher habe ich nur positive Stimmen gehört und fragte mich in letzter Zeit tatsächlich, ob Reykjavik wirklich so aufregend ist und viel zu bieten hat. Ich bin dir sehr dankbar, dass du einen ehrlichen Artikel geschrieben hast. Da ich eine Reise im nächsten Jahr plane, weiß ich nun, was mich erwartet und wie viel bzw. wenig Zeit ich für diese Stadt einplanen muss und welche Alternativen es drum herum gibt. Wirklich super! Liebe Grüße

    1. Hey Steffi, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Mir ging es ähnlich – auch ich habe eigentlich nur positive Sachen von Reykjavik gehört und gelesen – vielleicht liege ICH ja aber auch total falsch 🙂 Wer weiß, vielleicht bist du ja auch meeega begeistert. Aber mir brannte es auf der Seele einfach mal meine persönlichen Empfindungen zu schildern und es freut mich, wenn ich dir damit ein wenig weiterhelfen konnte! Ganz liebe Grüße, Steffi von Reiselife

  2. Da bist du nicht alleine, Steffi. Ich konnte Reykjavik auch nichts abgewinnen. Oder nur sehr wenig. Drum herum hat Island eindeutig mehr zu bieten und wird dem Hype auch völlig gerecht.
    LG, Schwerti

    1. Hey, danke für deinen Kommentar! Und ich bin froh, dass du das mit Reykjavik genauso empfindest wie ich! Und du hast absolut recht – Island an sich mit all seinen atemberaubenden Landschaften ist einfach der Hammer! LG Steffi von Reiselife

  3. Moin,

    schöner persönlicher Bericht! Wie Du schon sagtest, Island steht selbstverständlich auch auf meiner Reiseliste, von der Hauptstadt habe ich aber auch bereits weniger interessantes gelesen als vom Umland. Genau zu den heißen Quellen und zur faszinierenden Landschaft zieht es mich.

    Beste Grüße

    Tobias

    1. Hi Tobias, danke dir! Das stimmt – die Landschaft ist wirklich grandios! Also am besten nur gaaaaaanz wenig Zeit für Reykjavik einplanen und ganz viel für den Rest der Insel 🙂 LG, Steffi von Reiselife

  4. Ich war vor 12 Jahren mal in Reykjavik, noch vor dem ganzen Hype und hab’s eher als Ausgangspunkt für Ausflüge benutzt, weil wir dort an eine super Unterkunft gekommen sind. War damals sehr ruhig dort. Kann mir auch nicht vorstellen, dass sich das mit dem ganzen Hype so doll geändert hat. Die Isländer sind ja alles andere als Stadtmenschen. Ich fand’s dennoch sehr erholsam – aber die ganzen Berichte lassen doch oft vergessen, dass es im Grunde nur eine Kleinstadt ist. Was ich aber besonders toll in Reykjavik fand, waren die öffentlichen Schwimmbäder! Ich war in einem mit Außenbereich, da konnte mal den ganzen Tag in kleinen Pools im heißem Wasser sitzen. Nur Einheimische dort, und es war super nett! Fast wie Blaue Lagune, aber günstiger 🙂
    Viele Grüße
    Tatiana
    thehappyjetlagger.com

    1. Hallo Tatiana,

      wahrscheinlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch an diese Stadt 🙂 Und falls ich nochmal in Island sein sollte, werde ich auf jeden Fall auch mal so ein öffentliches Schwimmbad besuchen – klingt toll! Danke für den Tipp! LG Steffi von Reiselife

  5. Mir ging es in Reykjavik ganz genau so! Die Aneinanderreihung von Souvenirshops und überteuerten, gleichzeitig schäbigen Restaurants und Buden, fand ich regelrecht abstoßend.
    Leider auch mein Tiefpunkt im Island-Urlaub.
    Liebe Grüße
    Sabine von ahungrymind.com

  6. Nun ja, von solchen Aussagen, was man irgendwo gesehen haben muss und was man wo unbedingt tun sollte, lass ich mich nicht anstecken. Jeder hat seine Sicht der Dinge. Was einer toll findet, muss der nächste total langweilig empfinden.
    Reykjavik ist eine Kleinstadt. Man ist schnell durch, das stimmt. Aber wer die wunderbare Harpa als Opernhaus bezeichnet (sie ist eine Konzerthalle), hat sich mit Reykjavik nicht wirklich beschäftigt.

    1. Hallo Hans-Georg, ja, da hast du recht – die Harpa ist offiziell eine Konzerthalle. Eine Konzerthalle, in der unter anderem auch Opern aufgeführt werden. Aber egal wie ich die Halle nun nennen mag, ändert dies nichts an meinem persönlichen Gesamteindruck zu Reykjavik und dieser kann, wie du auch schon richtig geschrieben hast, bei jedem ganz anders sein! Dieser Artikel soll Island-Neulingen lediglich eine kleine Hilfestellung geben. Aber um Irritationen zu vermeiden, habe ich die Bezeichnung im Artikel trotzdem gleich mal abgeändert! LG Steffi von Reiselife

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